Sie wollen Ihren Gästen einen guten Service bieten und Ihnen neben einem Zimmer auch noch kostenlosen Zugang zum Internet mit WLAN – also kabellos – ermöglichen? Eine gute Idee, ein klarer Wettbewerbsvorteil, doch leider nicht ganz risikofrei. Trotzdem ein Gäste-WLAN? Ja, denn hier erfahren Sie, wie Sie sich richtig ausstatten und vor einer möglichen Haftung schützen! Ob nun durch Unwissenheit Ihrer Gäste oder weil Ihre Großzügigkeit vielleicht bewusst zum illegalen Datenaustausch ausgenutzt wird – ohne richtige Absicherung können Sie als WLAN-Betreiber in solchen Fällen als sogenannter „Mitstörer“ rechtlich abgemahnt werden. Wie können Sie sich Anschlussinhaber sichern, damit Sie nicht für die Rechtsverletzungen anderer haften?

Immer mehr Gäste wünschen einen Internetzugang und immer mehr Gäste bekommen auch einen – dass dieser auch missbraucht werden kann, ist vielen Vermietern gar nicht bewusst. Deshalb öffnen sie häufig einfach Ihren privaten WLAN-Zugang für ihre Gäste.
Warum das keine gute Idee ist? Über einen und möglicherweisen Ihren Internetzugang können beispielsweise illegal Musik und Filme heruntergeladen werden oder auch auf verbotenen bzw. kostenpflichtigen Seiten „gesurft“ werden. Technisch gesehen ist das Problem einfach: Der Nutzer hinterlässt Ihre IP-Adresse. Darüber werden Sie eindeutig identifiziert. Sie sind zwar nicht der Verursacher, haben aber den Ärger und sind erklärungspflichtig. Eine Identifizierung der einzelnen PCs, Smartphones oder Tablets, also der einzelnen Gäste ist dann kaum möglich. Wie können Sie sich schützen? Was gilt es zu beachten?

Finden Sie die richtige Lösung für Ihre Bedürfnisse

Es gibt viele Möglichkeiten, die verschiedensten Ideen zur Absicherung und natürlich sehr große Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Lösungen. Was eine gute Lösung für Sie persönlich ist, hängt ersteinmal von der von Ihnen gebotenen Unterkunft ab.

A. Die Do-it-yourself-Variante

Für ein/e einzelne Wohnung/Haus/Unterkunft

Bieten Sie eine einzelne Unterkunft, so dass Sie nur einen Mieter zur Zeit haben? Dann können Sie verhältnismäßig unkompliziert und kostengünstig Internet für Ihren Gast anbieten und sich selbst absichern.

Die passende Technik

Hier bietet sich ein WLAN-Router an. Haben Sie sogar für Ihren eigenen Internetzugang bereits einen WLAN-Router vor Ort, können Sie diesen direkt für Ihre Gäste verwenden. Die meisten aktuellen Router verfügen über die Funktion „Gast-WLAN“. Dies ermöglicht Ihren Gästen den Zugang ins Internet, ohne dass Sie Ihr privates eigenes Netzwerk öffnen müssen.

Die WLAN-Geräte Ihrer Gäste (z.B. Notebook, Smartphone, Tablet) sind dann vollständig von Ihrem Heimnetz getrennt, ein Zugriff auf Ihre Netzwerkgeräte ist nicht möglich.

Absicherung gegen Missbrauch durch den Gast in zwei Schritten

1. Sorgen Sie für eine zuverlässige Dokumentation, wer zu welchem Zeitpunkt Zugang zu dem Internetanschluss hatte. Idealerweise hat jeder Gast ein individuelles Passwort. Haben Sie nur einen Gast zur Zeit, ist ein individuelles Passwort natürlich nicht nötig. Denn dann hat nur ein Gast zur Zeit Zugang und Sie wissen über die jeweiligen Buchungen ohnehin, wer in welchem Zeitraum bei Ihnen war.

Die Daten dennoch speichern aber mit Einverständnis Ihrer Gäste? Auch das sollten Sie besser sein lassen. Auch wenn man es heute kaum mehr glauben mag, aber in einem solchen Moment werden Ihre Mieter sensibel für ihre persönlichen Daten und das Vertrauensverhältnis wird gestört.

2. Sorgen Sie gegenüber allen Nutzern für einen nachweisbaren Hinweis darauf, dass der Internetzugang nicht für Urheberrechtsverletzungen genutzt werden darf und dabei insbesondere nicht für den Austausch von z.B. Musik oder Filmen (sogenannte file-sharing-Dienste). Stellen Sie auch klar, dass dies für jeden Nutzer des Anschlusses gilt und diesen mitzuteilen ist. Geben Sie die Zugangsdaten für die Internetnutzung erst frei, wenn Sie glauben, dass Ihre Mieter/Gäste dies verstanden haben. Lassen Sie sich dies schriftlich bestätigen.

Tipp: Schließen Sie eine schriftliche Nutzungsvereinbarung mit Ihren Gästen, lassen Sie sie unterschreiben und bewahren Sie diese mindestens drei Jahre auf! Sperren oder verweigern Sie den Zugang, sobald Sie einen konkreten Verdacht haben, dass Ihr Gast sich nicht an die Nutzungsvereinbarung hält.

Absicherung vom Gäste WLAN gegen Nutzung Unbefugter

Nicht nur Ihre eigenen Gäste könnten Ihren Internetzugang rechtswidrig nutzen - auch alle anderen Menschen in Ihrer Nachbarschaft haben grundsätzlich die Möglichkeit dazu, wenn Sie sich nicht richtig absichern. Das bedeutet, Sie müssen auch dafür sorgen, dass Unbefugte nicht einfach unerkannt Ihren Anschluss (z.B. den WLAN Router) nutzen.

Tipp: Haben Sie sich für einen WLAN-Router entschieden? Suchen Sie sich ein einfach zu steuerndes Gerät, das Sie idealerweise per Fernsteuerung (per remote) bedienen. Dann brauchen Sie nicht immer erst zum Ort des Geschehens fahren, um reagieren zu können. Verwenden Sie eine aktuelle Absicherung Ihres Internetanschlusses und Ihres WLAN- Routers gegen unbefugten Gebrauch, verschlüsseln Sie Ihren Zugang entsprechend. Standardmäßig wird dazu heute ein WPA 2 -Passwort verwendet. WEP oder WPA Technik gilt als veraltet. Halten Sie sich hier möglichst auf dem aktuellen Stand.

Problem: Sie merken schon beim Lesen – das alles selbst zu machen, ist recht kompliziert! Diese Variante ist zwar für Sie die kostengünstigste, jedoch ist Sie auch ziemlich aufwendig. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen werden dennoch Sie ersteinmal belangt und sind erklärungspflichtig - eine hundertprozentige Sicherheit bietet sie Ihnen leider auch nicht.

Empfehlung – die einfache Lösung: Wenn Sie es gern unkompliziert, sicher und ohne Aufwand haben wollen – geben Sie die Verantwortung ab! Mehrere Unternehmen/Internetprovider haben sich inzwischen genau diesem Problem angenommen und bieten Ihnen professionelle WLAN-Router, sogenannte Hotspots. Das Konzept dahinter ist einfach: Das Unternehmen richtet Ihnen nicht nur den Anschluss ein, es übernimmt auch das Haftungsrisiko bei Missbrauch Ihres Anschlusses. Natürlich kommt es hier auch auf die Wahl des richtigen Anbieters bzw. des richtigen Angebotes an. Tipps dazu finden Sie etwas weiter unten.

B. Professionelles Gäste-WLAN (Hotspot)

Für einen Hotelbetrieb / mehrere Gebäude bzw. mehrere Unterkünfte auf einem Gelände

Bieten Sie mehrere Unterkünfte und möchten somit mehreren Gästen gleichzeitig den Zugang zum Internet ermöglichen? Dann wird es schon deutlich schwieriger für Sie, sich richtig abzusichern. Mit jedem Gast eine schriftliche Nutzungsvereinbarung abzuschließen, für jeden Gast genau dokumentieren, wann er Ihr Internet genutzt hat – das lässt sich kaum mehr bewerkstelligen. Was, wenn mehrere Gäste gleichzeitig Ihr WLAN nutzen? Wenn Sie wirklich sicher gehen möchten, bleibt nur eine Empfehlung: Geben Sie die Verantwortung ab und nutzen Sie einen professionellen WLAN-Router! Nur so sind Sie sicher und für Sie wird es definitiv kostengünstiger.

Auswahl des richtigen Angebotes

Verlässliche Erfahrungswerte zu den verschiedenen Anbietern eines solchen WLAN-Routers/Hotspots mit Haftungsübernahme liegen derzeit leider noch nicht vor. Welches ist nun aber das richtige Angebot, der richtige Anbieter? Worauf können Sie achten?

Tipp: Achten Sie grundsätzlich bei der Auswahl des Angebotes darauf, dass Ihren Gästen ein eigener WLAN-Zugang durch Ihren Internetanbieter zur Verfügung gestellt wird und nicht Ihr privater DSL-Anschluss verwendet wird. Nur dann sind Sie wirklich vor einer möglichen Haftung sicher. Prüfen Sie genau, dass es keine Vertragsklausel, Ausnahmeregelungen und Sonderfälle gibt, bei denen dann doch die Haftung bei Ihnen liegt.

Bedenken Sie auch Folgendes:

1. Wie viel möchten und können Sie überhaupt maximal investieren?

2. Können Sie den Router einfach und eigenständig in Betrieb nehmen? Wie einfach lässt sich die Technik nutzen?
Sie kennen es vermutlich bereits von Ihrem privaten Telefon- und Internetanschluss: Oft kommen neben den Anschaffungskosten noch Installationskosten hinzu. Das muss nicht sein. Machen Sie sich das Leben nicht unnötig schwer! Suchen Sie nach einer möglichst einfach zu installierenden Lösung – es gibt durchaus Unterschiede!

Achten Sie auf eine möglichst einfache Nutzbarkeit.

3. Wie sieht nun das Preis-Leistungsverhältnis aus? Welche Kündigungsfristen bestehen? Suchen Sie nach flexiblen Lösungen. Möglicherweise können Sie sogar die Nutzung des Angebotes auf die Zeiten beschränken, in denen Ihr Objekt vermietet ist. So sparen Sie vielleicht viel Geld.

Verbinden und fertig – das sollte das Ziel sein! Vor allem hier zeigt sich die Qualität eines Angebotes.



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