Stornorechnung bei der Vermietung von Monteurzimmern, Ferienwohnungen & Co.

Sie führen einen Beherbergungsbetrieb, vermieten gewerblich und weisen auf Ihren Rechnungen daher Umsatzsteuer aus? Sind bei der Erstellung von Stornorechnungen andere Dinge zu beachten als bei der sonstigen Rechnungsstellung ? Wie sieht es dann mit der Umsatzsteuer bei einer Stornierung Ihrer Ferienunterkunft aus? Muss/Kann diese auf der von Ihnen gestellten Stornorechnung auch ausgewiesen werden?

Storno, Rechnung und die Steuer: Storno- und No-Show-Rechnungen mit oder ohne Umsatzsteuer?

Grundsätzlich sind dabei erst einmal 2 Fälle zu unterscheiden:

1. Hat Ihr potentieller Gast von einem ihm eingeräumten Rücktrittsrecht rechtzeitig Gebrauch gemacht und es wurde dafür eine Stornogebühr vereinbart? In diesem Fall leistet der potentielle Gast Ihnen gegenüber einen pauschalierten Schadenersatz und es ist nach Umsatzsteuergesetz keine Umsatz-/Mehrwertsteuer auszuweisen. (Storno-Fall)

2. Haben Sie Ihrem Gast kein Rücktrittsrecht eingeräumt, storniert er die Buchung nach Ablauf der vereinbarten Rücktrittsfrist oder reist er gar nicht an, ohne sich zu melden? Dann handelt sich um einen klassischen No-Show-Fall und die Umsatz-/Mehrwertsteuer ist auf der entsprechenden Rechnung auszuweisen. (No-Show-Fall)

Nähere Informationen finden Sie hier: www.dehoga-bundesverband.de

Diese Fallunterscheidung bedeutet also, dass die Antwort auf die Frage abhängig ist von Ihrem Vertrag bzw. den Stornovereinbarungen und Rücktrittsfristen in Ihren Verträgen. Es kommt also für den Ausweis der Umsatzsteuer allein darauf an, ob dem Gast die Möglichkeit des Rücktritts vom Beherbergungsvertrag gegen Zahlung eines Entgelts eingeräumt wird und er innerhalb der gesetzten Frist auch tatsächlich das gebuchte Zimmer storniert.

Storno: Die Rechnung wird ohne Ausweis der Umsatzsteuer gestellt. Voraussetzung ist, dass der Gast Ihrer Monteurzimmer oder Ferienwohnung rechtzeitig, also innerhalb der gesetzten Frist, aktiv von seinem Rücktrittsrecht Gebrauch macht und die Buchung absagt.

No-show: Lässt der Gast die gesetzte Stornofrist verstreichen, ist es aus rechtlicher Sicht unerheblich, ob er nach Ablauf der Frist storniert oder ob er nichts tut, und ohne weitere Mitteilung nicht anreist. Der Gast hat keinen Anspruch auf einen Rücktritt vom geschlossenen Vertrag, Sie können den vereinbarten Preis in Rechnung stellen, von welchem Sie die sogenannten „ersparten Aufwendungen“ abzuziehen haben.

Stornogebühren, Fristen und ersparte Aufwendungen für Ihre Monteurunterkunft

Wie hoch die ersparten Aufwendungen sind und damit der Abzug vom vereinbarten Preis für Ihre Ferienwohnung, Monteurzimmer & Co. zu sein hat, ist im Gesetz nicht geregelt. In einschlägigen Gerichtsurteilen wurde ein Abzug der ersparten Aufwendungen von 10 Prozent bei gebuchter Übernachtung mit Frühstück nicht beanstandet (z.B. OLG Köln, Urteil v. 20.9.1991, 19 U 79/19; OLG Frankfurt/M., Urteil v. 29.2.1984, 17 U 77/83). Dieser Prozentsatz findet sich auch in den Muster-AGBs des Hotelverbandes Deutschland (IHA).

Sie als Vermieter sind jedoch nach Treu und Glauben gehalten, die gebuchte Unterkunft anderweitig zu vergeben, um den Schaden so gering wie möglich zu halten.

Die veröffentlichten Informationen auf monteurzimmer.de wurden mit großer Gewissenhaftigkeit recherchiert und erarbeitet, sind jedoch niemals als einzige Quelle zu benutzen. Gerade in rechtlichen Fragen sollten Sie sich bei Entscheidungen entsprechenden fachlichen Rat einholen. Wir übernehmen daher keinerlei Haftung für eventuell getroffene Entscheidungen und deren Folgen bzw. für eventuell abgeschlossene Verträge.